WM Trainingslager

von: Marc Kammann und Hans Espig 

Nach guten Saisonleistungen und Erfolgen auf den Deutschen Meisterschaften ist für die meisten Sportler die offizielle Saison zu Ende. Man kann sich der Entspannung widmen und das Leben wieder in vollen Zügen genießen. Dies bleibt den beiden Ausnahmetalenten vom Club, Marc Kammann und Hans Espig, dieses Jahr verwehrt. Sie dürfen diese Saison noch ein paar Extra-Einheiten absolvieren, denn sie haben sich für die Junioren Weltmeisterschaft in Rio de Janeiro qualifiziert. Zur unmittelbaren Wettkampfvorbereitung (UWV) begeben sie sich nun für 4 ½ Wochen an den Ort, an dem die Weltmeister gemacht werden. Die Rede ist vom wunderschönen Berlin-Grünau.

Für Hans waren die körperlichen Strapazen eher von minderer Form. Dafür war der psychologische Druck mindestens genauso hoch. Mit seinen beiden Goldmedaillen im Gepäck und der Erfahrung von der U23 WM im letzten Jahr ging er bestens gerüstet in die Selektion. Da das System der Steuerleute aber auf dem Recht des Älteren beruht, muss sich Hans dieses Jahr noch einmal zurückhalten und seinem Konkurrenten den Vortritt im Achter überlassen. Doch gerade das motiviert ihn noch mehr, das Beste aus seiner Mannschaft herauszuholen, mit dem Ziel, eine Medaille auf der WM zu errudern. Trainiert wird der Vierer-mit in diesem Jahr von Sven Carstens (Allemannia), der schon über die Saison den Meisterschaftsvierer trainiert hat. Der Vierer-mit hatte anfangs mit Startschwierigkeiten zu kämpfen: So durchzogen sich die ersten zwei Wochen noch mit der Mannschaftsbildung, bis schließlich die finale Besetzung gefunden wurde. Doch dann fing das Boot richtig an zu laufen. Die Wochen vergingen wie im Flug, und ehe man es sich versah,  hatte man zwei Umfahrten (Anmerkung der Redaktion: um den großen Müggelsee – über 30km) und Hunderte Kilometer hinter sich gebracht. Das Relationsrennen einen Tag vor der Abfahrt stellt den Abschluss dieses fünfwöchigen Trainingslagers dar und ist das erste richtige 2000m-Rennen. Mit dem Ergebnis daraus geht der Club-Steuermann mit großen Schritten Richtung Rio.

Bei Marc lief alles anders. Wie schon erwähnt, musste er sich  verschiedenen Tests unterziehen und zwar dem Ausbelastungsstufentest auf dem Ruderergometer und dem Messboot auf der Wettkampfstrecke von 2000m im Achter. Hierbei wird mit diversen Kraftmessungen die tatsächlich ins Wasser gebrachte Kraft und die Schlagstruktur bewertet. Den Stufentest absolvierte Marc souverän und konnte sich damit im guten Mittelfeld einsortieren, was einen Platz im Achter immer wahrscheinlicher machte.

Noch besser lief das Messboot. Über die 2000 Meter konnte Marc seine ruderischen Fähigkeiten perfekt ins Wasser bringen und war damit der beste Backborder. 

Die Endauswertung, in die auch noch die Klein-, Mittel- und Großbootleistungen der Saison einfließen, ergab, dass Marc im Achter sitzt. Damit war das erste Ziel erreicht. Natürlich ist einem dies dann nicht genug - wenn man schon in einer Bootsklasse wie dem Achter sitzt, will man natürlich auf der WM alles mögliche versuchen, um die Goldmedaille zu gewinnen. Dies war auch der Ehrgeiz der kompletten Mannschaft, sodass der Achter jede Einheit immer mehr ins Rutschen kommt. Auch Trainer Bernd Nennhaus spornt uns immer wieder an und kann durch seine jahrelange Erfahrung den Achter immer schneller werden lassen.  Das zeigte sich auch in den gefahrenen Belastungen auf unterschiedlichen Frequenzen. Wir konnten uns dadurch immer in der oberen Tabelle der Relationen wiederfinden. 

Was zudem eine Besonderheit in diesem Jahr im Junior Deutschlandachter ist, ist die hohe Anzahl der Hamburger Sportler. Insgesamt sind es vier Sportler, zwei vom Alster-Ruderverein Hanseat, darunter auch Marcs Zweierpartner Friedrich Dunkel, und einer von der Allemannia.

Durch die sehr guten Trainingsfortschritte reisen Hans und Marc recht zuversichtlich zur Junioren-WM nach Rio de Janeiro. In beiden Bootsklassen ist das Meldeergebnis übersichtlich, was aber nicht bedeutet, dass es alles einfacher wird. Die typischen Medaillenkandidaten gehen wie jedes Jahr an den Start. Die Ziele sind aber eindeutig definiert und zwar in beiden Bootsklassen die Goldmedaille.
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