Der CLUB-Achter in den ersten Jahren

Mit einem überraschenden Paukenschlag spurtete die zweite Wettkampfebene des CLUB am ersten Rennwochenende der 2009 neu gegründeten „flyeralarm Ruder-Bundesliga“ auf Platz drei bei den Qualifikationssprints und sicherte sich somit die Teilnahme in der ersten Liga. Im folgenden eigentlichen Wettkampf „Boot gegen Boot“ im K.-o.-System konnte der CLUB (auch gerne bezeichnet als „das weiße Ballett der Außenalster“) den vierten Platz erreichen. Alle anvisierten Ziele – nämlich Gründungsmitglied in der 1. Ruder-Bundesliga zu werden, eine Platzierung um Platz 8 zu erreichen, eine ausgeglichene Mannschaft mit mehr als acht Ruderern zu stellen, die Spaß am Training und Wettkampf hat, und eine sportliche Fairness in der Bootsbesetzung des CLUB-Achters zu garantieren – waren in Münster erreicht worden.

Die Mannschaft wollte nun mehr: den Klassenerhalt schaffen und mindestens einmal aufs Siegerpodest kommen. Letzteres durfte die Mannschaft nach einem vierten Platz in Ratzeburg (bei dem erstmalig das Schlagduo Richard Nagel und Andreas Clausen die Mannschaft führten) dann schon in Rauxel mit einem zweiten Platz erleben. Spätestens nach dem folgenden Tagessieg in Hannover lief es dann für den CLUB fast wie von allein. Am Ende der Saison stand ein sensationeller zweiter Platz in der Gesamtwertung mit nur einem Punkt Rückstand auf den Sieger Krefeld, den der CLUB-Achter am letzten Renntag sogar auf den dritten Platz der Tageswertung verweisen konnte.

Diese erste Saison ist untrennbar mit dem Trainer Ralf Bockelmann verbunden, der ein Jahr zuvor zur zweiten Wettkampfebene gestoßen war und das erfolgreiche Training der Vorjahre von Karsten Timm,Renko Schmidt und Jan Suhrhoff mit großem Engagement weiterführte. Auch die Außendarstellung unter der Führung von Christian Ulrich und Thorsten Pieper hatte professionelle Formen angenommen – das zeigte sich in zahlreichen Berichten der regionalen und überregionalen Presse über den CLUB-Achter.

Nach dem erfolgreichen Premierenjahr 2009 konnte der CLUB in der noch jungen Ruder-Bundesliga auch in der Saison 2010 einen zweiten Platz in der Gesamtwertung erringen. Die Mannschaft hatte einige neue Gesichter dazubekommen und sich in einem Trainingslager in Otterndorf auf die Saison vorbereiten können. Bereits am ersten Renntag in Frankfurt am Main gab es eine kleine Sensation: Die Achter-Crew fuhr direkt auf Platz eins und sicherte sich mit der ersten Goldmedaille der Saison gleich das neu geschaffene gelbe Trikot des Führenden der Gesamtwertung. Dass dabei der Vorjahressieger geschlagen wurde, beflügelte die Mannschaft zu weiteren hohen Trainingseinsätzen. Physische Ausdauer, gepaart mit solider Rudertechnik stellte die Crew bei den nächsten Regatten unter Beweis. Bei der Etappe Castrop-Rauxel sicherte man sich vor der spektakulären Kulisse des alten Schiffshebewerks Henrichenburg einen soliden zweiten Platz. Richtig aufdrehen und Hoffnungen auf den Saisonsieg festigen konnte der Achter beim dritten Renntag in Krefeld. Der Topfavorit Crefelder RC wurde erneut auf seiner Heimstrecke geschlagen, und der CLUB erstrahlte als neuer Stern der RBL. Danach folgten jedoch einige Ernüchterungen für die junge Mannschaft: Platz neun bei der Regatta in Hamburg vor Heimpublikum, zwei Wochen später das gleiche Ergebnis in Hannover. Die Liga war verloren – darin waren sich die meisten einig –, und Sportliches musste mancherlei Diskussionen um Fairness und Regelauslegungen weichen.
Doch dem CLUB liegt es natürlich nicht, den Kopf in den Sand zu stecken. Die letzte Etappe fand in Münster statt, auf dem Aasee – dort, wo 2009 alles begann. Hier fand der CLUB-Achter zur alten Stärke zurück. Durchdachte Mannschaftsbesetzungen und die hohe Motivation des Teams ermöglichten das Kunststück, sich nochmals eindeutig durchzusetzen und ganz oben auf dem Treppchen zu stehen. In der Gesamtwertung konnte sich die CLUB-Mannschaft damit unter Trainer Ralf Bockelmann erneut den zweiten Platz sichern. Schützenhilfe bekam die zweite Wettkampfebene hier wie auch im Vorjahr von der Trainingsgruppe, die sich bei einigen Rennen ebenfalls mit in die Riemen legte. Zusätzliche Crew-Mitglieder in 2010: Christine Hawener (Stf.), Philipp Karnatz, Bettina Opel (Stf.), Martin Rückbrodt, Ole Rückbrodt.

Die Ausgangslage für die dritte RBL-Saison im Jubiläumsjahr des CLUB erwies sich zunächst als schwieriger als in den vergangenen Jahren. Altbewährte Ziele wie Henley oder Boston lockten mehr als die RBL, die einen nicht unerheblichen Mehraufwand in Sachen Selbstorganisation und Außendarstellung verlangt. Denn die Etablierung eines Sport-Event-Konzeptes, wie es die flyeralarm Ruder-Bundesliga bietet, kann in der heutigen Medienwelt dauerhaft nur durch wirtschaftliche Festigung geschehen, was jedoch auch die teilnehmendem Mannschaften mehr und mehr in die Pflicht nimmt. Gerade bei der CLUB-Crew nimmt jedoch durch berufliche Verpflichtungen und Auslandsaufenthalte zwangsweise die zur Verfügung stehende Zeit eher ab, sodass vor allem im ersten Halbjahr 2011 der Trainings- und Organisationseifer der altgedienten 2.-WKE-Ruderer nicht immer zufriedenstellend war. Auch ein Schwund an Mannschaftsmitgliedern war spüren, denn trotz der Neuzugänge von Steuerfrau Kaja Brecht und Ruderer Damian Senn standen  zu den meisten Regatten lediglich 8-9 Ruderer zur Verfügung, was gegenüber des in den Vorjahren oft genutzten 12-Mann-Kader eher dünn aussah.

Dies ließ sich nach den ersten Renntagen der flyeralarm Ruder-Bundesliga 2011 in der Tabelle sehen: einem noch angemessenen 6. Platz beim ersten Rennwochenende in Frankfurt folgte ein enttäuschender 11. Platz in Münster. Der Gesamttabellenplatz neun ließ die meisten Gesichter der Mannschaft tief hängen, denn es lief einfach nicht rund. Es war nicht einmal die Physis, es war einfach die Zusammenarbeit im Boot, die überhaupt nicht klappte. Hatten sie es echt verlernt? Hatten die anderen Mannschaften so stark aufgeholt?

Doch wieder einmal blieben die Köpfe nicht unten. Nach der Einsicht, dass es ohne gemeinsames Achtertraining einfach nicht ging, wurde wieder gemeinsam angepackt und die gemeinsamen Kilometer im Boot forciert. Erste Früchte zeigten sich beim dritten Renntag in Hannover: Die Mannschaft konnte sich von Rennen zu Rennen steigern und fuhr durch bis ins Viertelfinale um die ersten vier Plätze. Lediglich ein Krebs bachte die Crew des CLUBs um die Chance auf die vordersten Plätze. Im nächsten Rennen reichte es trotz guten Zusammenspiels nicht ganz gegen die vorigen Tabellenführer aus Münster, sodass im Finallauf gegen Karlsruhe zuletzt nur ein siebter Platz errudert werden konnte. Doch es bleibt ein gutes Gefühl, dass es bergauf geht, dass man wieder dran ist und das sich Training lohnt. Ein aktueller siebter Platz in der Gesamttabelle ist zumindest im Bereich dessen, was die Mannschaft sich als Ziel für 2011 gesetzt hatte: mit einer Platzierung unter den ersten 8 Booten erstklassig zu bleiben.

Und so geht es mit einem guten Gefühl auf den kommenden Renntag vor der heimischen Kulisse der Binnenalster zu, wo mit sportlicher Verstärkung durch die Leistungssportler und durch die moralische Verstärkung der Mitglieder und Fans des CLUBs wieder eine Chance besteht, nach ganz vorne zu fahren. Wir bleiben gespannt!